Die Qual der Wahl – Welches Material ist das richtige für mich?
Für definitive Füllungen stehen verschiedene mehr oder weniger zahnfarbene Materialien zur Verfügung. Entscheidend für die Auswahl des Füllungsmaterials sind neben den eigenen Ansprüchen an Haltbarkeit, Kosten, Zeitaufwand und Ästhetik, die Lage und Größe des Defektes, sowie individuelle Faktoren, wie z.B. eine bestehende Schwangerschaft, der allgemeiner Gesundheitszustand, und eventuelle Allergien. Bei größeren Defekten versprechen Inlays die höchste Haltbarkeit.
plastische Füllungsmaterialien
Sie sind selbstklebende, einfache und preiswerte Materialien mit geringer Haltbarkeit. Sie ersetzen das früher verwendete sehr haltbare Amalgam, welches seit 2025 aus Umweltgründen nur noch in Ausnahmefällen zulässig ist. Sie entsprechen der sogenannten „Kassenfüllung“.
hierzu zählen:
Zemente
Vorteil:
- sehr kostengünstig
- sehr schnell zu verarbeiten
- sehr gut verträglich
Nachteil:
- sehr geringe Haltbarkeit – eher für provisorische Füllungen geeignet
- nicht für ausgedehnte Defekte im Seitenzahnbereich
- nicht kariesprotektiv
- einfarbig weiß, keine natürliche Zahnfarbe
selbstadhäsive Kompsite
Vorteil:
- schnell zu verarbeiten – keine zusätzlichen Haftvermittler nötig
- akzeptabel zahnfarbene Optik
Nachteil:
- geringe Haltbarkeit
- nur für kleine Füllungen mit geringe Schichtstärken von 1mm möglich
- nicht kariesprotektiv
Glasionomerzemente lichthärtend oder selbsthärtend
Vorteil:
- schnell zu verarbeiten – keine zusätzlichen Haftvermittler nötig
- akzeptabele zahnfarbene Optik
- je nach Anwendungsfall unterschiedliche Arten
- Haltbarkeit gering bis mittel
- häufig kariesprotektiv durch Freisetzung von Fluorid-Ionen
- weniger Empfindlich auf Feuchtigkeit bei schwierigen Bedingungen
Nachteil:
- eingeschränkte Haltbarkeit
- für ausgedehnte Defekte im Seitenzahnbereich nicht geeignet
Komposit (Kunststoff)
Vorteil:
- zahnfarben
- maximale Schonung der Zahnhartsubstanz
- auch für größere Defekte
- stabilisierender „Klebeverbund“ mit dem Zahn
- z.T. kariesprotektiv durch Freisetzung von Fluorid-Ionen
- relativ kostengünstig (mit Zuzahlung)
- sofort belastbar
Nachteil:
- komplizierte Verarbeitung
- Empfindlich bei Feuchtigkeit während der Füllungslegung
Inlay (Einlagefüllung) aus Goldlegierung
Vorteil:
- höchste Haltbarkeit
- sehr gute Randpassung
Nachteil:
- nicht zahnfarben
- stabilisiert den Zahn nicht
- hoher Aufwand (laborgefertigt in 2 Sitzungen)
- materialbedingt sehr hohe Kosten
Inlay (Einlagefüllung) aus Keramik
Vorteil:
- gute bis sehr gute Ästhetik
- sehr gute Haltbarkeit (besser als Kunststoff)
- stabilisierender „Klebeverbund“ mit dem Zahn
- auch für ausgedehnte Defekte
- keine erhöhte Abnutzung der Gegenzähne (annähern gleiche Härte wie natürliche Zähne durch den Einsatz moderner Keramiken)
Nachteil:
- hoher Aufwand (laborgefertigt in 2 Sitzungen)
- höhere Kosten als eine Komposit-Füllung aber geringer als Gold
- nicht geeignet für kleine Defekte
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